
Sonntag, 01. August 2010
Havanna – Madrid – Frankfurt am Main (7. Mai 2008) - Yoani Sánchez, 32-jährige Philologin aus Kuba, sollte am heutigen 7. Mai den „Premio Ortega y Gasset“ Preis der spanischen Zeitung EL País für ihren Webblog „Generación Y“ persönlich entgegen nehmen. Daraus wird nichts, denn die Castro-Regierung lässt sie nicht ausreisen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die Preisverleihung findet nun jedoch ohne Frau Sánchez statt, nachdem die kubanische Regierung ihr die Ausreise verweigert hatte. Presse- und Meinungsfreiheit unterstehen immer noch großen Restriktionen. Das Ausreisverbot für Yoani Sánchez ist ein gutes Beispiel hierfür, so die IGFM.
Yoani Sánchez wurde bekannt durch ihren unzensierten Blog „Generación Y“, in dem sie vom harten Alltagsleben der Kubaner und den Armutsproblemen berichtet. Immer wider kritiserte sie die herrschenden Verhältnisse, so die IGFM. Am 7. Mai wurde sie dafür in Madrid mit dem renommierten Journalistenpreis „Premio Ortega y Gasset“ der spanischen Zeitung El País ausgezeichnet.
Von der Philologin zur Journalistin
Yoani Sánchez studierte in Havanna Spanische Literatur und spezialisierte sich auf zeitgenössische lateinamerikanische Literatur. Ihr wurde jedoch bald klar, dass eine Universitätslaufbahn nicht ihren Zielsetzungen entsprach. Sie fing beim Verlag „Nueva Gente“ an, konnte jedoch von dem Gehalt ihre Familie nicht ernähren und machte sich daraufhin als Spanischlehrerin für deutsche Touristen selbstständig. 2002 wanderte Sánchez in die Schweiz aus, kehrte jedoch 2004 aus familiären Gründen wieder nach Kuba zurück. Sie gründete 2004 zusammen mit anderen Kubanern das Internet-Journal „Consenso“ (Zustimmung), welches zum Nachdenken und Debattieren anregen soll. Bis heute ist sie noch als Webmasterin und Redakteurin tätig.
Lhasa – Frankfurt/M. (7. Mai 2008) - Wie der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bekannt wurde, starb die Tibeterin Nechung am 17. April, nachdem man sie während ihrer Inhaftierung gefoltert hatte. Die IGFM zeigt sich zutiefst darüber besorgt, dass in den letzten Monaten immer wieder über solche Fälle aus Tibet berichtet wurde. „Dies ist der offensichtlich Beweis dafür, dass tibetische Inhaftierte in Gefängnissen von chinesischen Behörden gefoltert werden und dies nach wie vor ein gängige Praxis ist“, erklärte Karl Hafen, Geschäftsführender Vorsitzender der IGFM am heutigen Mittwoch in Frankfurt.
Die 38-Jährige Tibeterin Nechung, Mutter von vier Kindern, aus dem Bezirk Ngaba, ist wenige Tage nach ihrer Haftentlassung an den Folgen der Folter gestorben. Nechung hatte sich wie so viele andere Tibeter an den Protesten am 16. und 17. März im Bezirk Ngaba beteiligt. Sie wurde am 18. März von chinesischen Sicherheitskräften verhaftet und beschuldigt, als erste Person versucht zu haben, das Türschild der Gemeindeverwaltung abzureißen. Während ihrer neuntägigen Haft wurde sie von den chinesischen Gefängniswärtern brutal gefoltert.
Als man sie am 26. März entließ, war ihr Zustand bereits äußerst kritisch. Ihr Körper war von Hämatomen übersät. Sie war unfähig zu sprechen oder Nahrung aufzunehmen und konnte kaum mehr atmen. Verwandte brachten sie nach ihrer Entlassung direkt ins Distriktkrankenhaus, wo man ihr jedoch die notwendige medizinische Versorgung verweigerte. Ihr Zustand blieb 22 Tage unbehandelt, woraufhin sie am 17. April 2008 schließlich verstarb. Ihre vier Kinder sind noch minderjährig, und ihr Mann ist auf der Flucht aus Angst ebenfalls von den Sicherheitskräften verhaftet zu werden. Nach ihrem Tod verboten die chinesischen Behörden den tibetischen Mönchen, für Nechungs verstorbene Seele Gebete oder eine Todesfeier abzuhalten.